#NoCoronaSchool – Petition gegen die Öffnung der Schulen

Zwei Schülervertreter der Bezirksschülervertretung Rheinisch-Bergischer Kreis Dario Schramm und Torben Krauß fordern, die Schulen sollen grundsätzlich bis Ende Mai geschlossen bleiben und haben dazu eine Online-Petition gestartet. 10.000 Unterstützer gibt es schon.

Zudem soll der Weg für ein „Durchschnittsabitur” auf Basis der Vornoten frei gemacht werden. Nur so können die Gesundheit und das Wohlergehen der Schüler (und auch der Lehrer) geschützt werden.

In der der Online-Petition fordern die beiden Bergisch Gladbacher: „Wir als Schülervertreter aus NRW haben in den vergangenen Tagen viele Zuschriften erhalten, in denen Schüler mit Vorerkrankungen Angst haben, sich dem hohen Infektionsrisiko in der Schule und auf dem Schulweg aussetzen zu müssen.

Des Weiteren hat sich gestern bereits Frau Ministerin zu den anstehenden Abiturprüfungen geäußert, mit dem klaren Ziel “(Abitur)Prüfungen durchführen zu wollen”.

Diese Aussage haben wir mit großer Besorgnis aufgenommen. Denn die aktuelle Ausnahmesituation, ständig neue Nachrichten, sorgen für eine große Ablenkung und psychische Belastung bei unseren Mitschülern – daher ist eine vernünftige Vorbereitungen auf Prüfungen aus unserer Sicht in keinster Weise gegeben!

Wir haben daraufhin als bundesweit aktive Schülervertreter einen offenen Brief an die Ministerin verfasst, in dem wir das Ganze noch einmal detaillierter begründet haben. (Offener Brief siehe unten)

Dokumentation:

Offener Brief an Ministerin Gebauer

„Sehr geehrte Frau Gebauer,

mit großer Verwunderung haben wir ihre jüngst getätigten Äußerungen zu den Öffnungen der Schulen und dem Abitur und Abschlussprüfungen verfolgt.

Heute sagte der Chef des Robert Koch-Instituts, dass man “noch nicht von einer Eindämmung sprechen kann”. Er sehe “eine Verlangsamung” – Eine von vielen getroffene Aussage, welche uns als Schülervertreter klar den Eindruck vermittelt, dass wir noch nicht darüber nachdenken können, junge Menschen in die Schulen zu lassen – auch nicht in Staffelungen!

Eine Sache wird uns jetzt aber besonders zum Verhängnis – die fehlenden Investitionen der letzten Jahren in das Bildungssystem in unserem Bundesland: Der akute Lehrermangel und eine fehlende digitale Infrastruktur sind nur ein kleiner Teil von vielen Versäumnissen.

Deshalb fordern wir als Schülervertreter, dass unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden Priorität Nummer Eins sein muss!

Daher gilt es jetzt die Schwachen unter uns zu schützen. Uns haben in den vergangenen Tagen viele Zuschriften erreicht, in denen Schüler mit Vorerkrankungen Angst haben, sich dem hohen Infektionsrisiko in der Schule und auf dem Schulweg aussetzen zu müssen.

Aber nicht nur unsere Schüler sind in Sorge, wir dürfen ebenfalls nicht vergessen, dass viele der Lehrkräfte in NRW der so genannten “Risikogruppe” entsprechen – auch diese Menschen gilt es zu berücksichtigen.

Des Weiteren haben Sie heute Ihr klares Ziel formuliert, „(Abitur)Prüfungen durchführen zu wollen”, auch diese Aussage haben wir mit großer Besorgnis aufgenommen.

Denn die aktuelle Ausnahmesituation, ständig neue Nachrichten, sorgen für eine große Ablenkung und psychische Belastung bei unseren Mitschülern – daher ist eine vernünftige Vorbereitungen auf Prüfungen aus unserer Sicht in keinster Weise gegeben!

Ein grundsätzliches Problem sehen wir bereits vor dem Betreten des Schulgebäudes. Wie sollen wir uns während der Prüfung und auf dem Schulweg effektiv schützen?

Viele unserer Mitschüler kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule, wie wird gewährleistet, dass dort der Infektionsschutz eingehalten wird?

Wir sehen daher nur eine Lösung: Ein Abitur ohne die Durchführung von Prüfungen und das aus den den bereits gesammelten Punkten einen Durchschnitt bildet – eine Forderung, die mittlerweile auch die GEW klar vertritt.

Wir fordern Sie daher auf, die Schulen bis Ende Mai nicht zu öffnen und einem Abitur ohne Prüfungen zuzustimmen.

Wir hoffen, dass Sie Ihre vorläufige Entscheidung noch einmal überdenken und die Interessen der Schüler mit einfließen lassen!

Torben Krauß, Dario Schramm“

Zur ONLINE-PETITION:
DURCHSCHNITTSABITUR UND SCHULSCHLIESSUNGEN BIS ENDE MAI IN NRW

Dario Schramm (19) ist Fachreferent der Bundesschülerkonferenz, aktives Mitglied in der Landesschülervertretung NRW und Vorstandsmitglied der Bezirksschülervertretung Rhein-Berg (NRW).

Torben Krauß (18) ist Fachkoordinator der Bundesschülerkonferenz, Landesdelegierter der Landesschülervertretung NRW und Vorstandsmitglied der Bezirksschülervertretung Rhein-Berg (NRW).

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