Unrühmliches Ende einer Spendenaktion in Leichlingen

In einer Videobotschaft zur Corona-Krise hatte sich Bürgermeister Steffes bei den Leichlingern dafür bedankt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Schutzmaßnahmen umsetzen und zusammenhalten. Die Schutzmaßnahmen bleiben auch weiterhin notwendig.
Er fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, sich selbst Schutzmasken zu nähen und sich an die Abstands- und Hygieneempfehlungen zu halten.

Außerdem zeigt er sich begeistert über die sehr große Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander. Bürgerinnen und Bürger können sich an „Leichlingen hilft“ wenden. Er weist auch auf das Portal „Einkaufen in Leichlingen“ hin, um damit den Gewerbetreibenden zu helfen.

Steffes sucht nach einer Lösung für die Wiedereröffnung des Wertstoffhofs.
Am Ende fordert er die Bevölkerung auf, Hamsterkäufe zu unterlassen.

Frank Steffes

Videobotschaft von Frank Steffes 1.4.2020
(Bürgermeister Leichlingen)



Wo Licht ist ist leider auch Schatten

Bürgermeister Frank Steffes zeigt sich in seiner Botschaft aber auch betrübt über ein abruptes Ende der Spendensammlungen „Wir für Leichlingen“ und der Bürgerstiftung .

Dieses Ende einer guten Aktion sei nach Ansicht von Steffes „letztlich durch ungenügende Kommunikation“ entstanden. Er hätte es gut gefunden, die gesamte Kampagne unter dem Dach der Bürgerstiftung stattfinden zu lassen.  Finanzielle Hilfen für Unternehmen erlaube die Satzung der Stiftung aber nicht.  Dass sowohl die Stiftung als eine Privatinitiative unter dem gleichen Titel zu Spenden aufgerufen hatte sei „unglücklich“ gewesen und hätte zu Irritationen und Verärgerungen geführt. Am hätte das zum Rücktritt des Stiftungsvorsitzenden Lothar Esser und Abbruch der Spendenaktion geführt. Nach Auffassung von Steffes „beides unnötig“.

„So geht man nicht miteinander um“

Die Lage sei eskaliert bedauerte Steffes und kritisiert den daraus entstanden politischen Streit, der in alle Öffentlichkeit ausgetragen würde: „Was gar nicht geht, sind öffentlich ausgetragene Scharmützel und medial in den Raum gestellte Behauptungen. Ich weiß, die Nerven liegen blank. Aber so geht man nicht miteinander um.“ sagte Steffes.

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Kommentar:
„Schmutz, Scham und Schande“

Der unerwartete Abbruch der Spendenaktion „Wir für Leichlingen“ hat der Kritik neue Nahrung gegeben. Lothar Esser und Thomas Richter begründen den Abbruch mit angeblich „massiven Vorwürfen“. Leider bleiben die tatsächlichen Gründe aber im Dunklen, denn von den „massiven Vorwürfen“ bleiben bei genauer Überprüfung nur zwei Sätze in dem privaten BLOG von Tomás M. Santillán übrig.  Richter wurde darin nicht mal genannt. 
Alle und tatsächlich alle anderen betroffenen Personen erklären, dass sie die Spendenaktion unterstützt haben. Selbst die besagten Kritiker haben gespendet. Es wurde sogar die Ausweitung auf soziale Zwecke vorgeschlagen. Dieses sei aber wohl bei den beiden Protagonisten der Aktion als Kritik missverstanden worden.

Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen, der von dem ehemaligen Vorsitzender der Bürgerstiftung und dem Initiator der Spendenaktion zu verantworten ist, denn niemand hatte sie aufgefordert zurückzutreten  oder die Spendenaktion einzustellen.

Durch den unnötigen Abbruch erreichten die zwei Sätze von Santillán unerwartet Publizität. Den „faden Beigeschmack“, von dem die Rede ist, hätte vorher niemand bemerkt. Santillán hatte tatsächlich nicht genug Einfluß und Bekanntheit, um eine solche Wirkung zu erzielen. Er wird in den Begründungen in der Presse nur vorgeschoben, um ihm als Sündenbock die Schuld in die Schuhe zu schieben. Nun wehrt sich Tomás M. Santillán zu Recht. In einem neuen BLOG-Beitrag zum Thema nimmt er ausführlich Stellung, weißt die Vorwürfe zurück und stellt einige berechtigte Fragen. Neben der Wahlkampfkritik und dem Fehlen einer Spendensammlung für soziale Zwecke, wurde das Probleme mit den Zielen der Bürgerstiftung angesprochen.

Lothar Esser und Thomas Richter haben die Entscheidung, die Spendenaktion eigenmächtig platzen zu lassen, ganz allein und für sich getroffen. Diese persönlichen Entscheidungen, muss man respektieren, doch die Vermutung, dass mehr dahinter steckt liegt nahe und Aufklärung wäre hilfreich. Gibt es da doch eine politische Motivation? Kann es sein, dass man sich nicht einig war, denn die Satzung der Bürgerstiftung erlaubt keine Zuwendungen an Unternehmen? Oder gab es bei den Parteifunktionären Uneinigkeit ob auch für andere soziale Zwecke gesammelt werden könnte?

Einige Kommentatoren in Facebook hatten mit ihren wilden Beschimpfungen und unsinnigen Verschwörungsthesen einen großen Anteil an der endgültigen Zerstörung eines guten Projekts. Nach diesem abstoßenden Sturm ist kaum zu erwarten, dass man das verlorene Vertrauen in „Wir für Leichlingen“ wiederherstellen kann. Niemand will sich daran die Finger verbrennen. Man hätte vorher und nachher besser nachdenken sollen, statt ohne Ab- und Rücksprache eigenmächtig zu entscheiden und hinzuwerfen.
Als es brannte ist ein Teil weggelaufen und andere schauten hysterisch kreischend zu. Bürgermeister Frank Steffes hat noch versucht den Brand zu löschen, doch wahrscheinlich aber hoffentlich nicht zu später. Es gibt viele Unternehmern und soziale Zwecke, die jetzt die Unterstützung benötigen.

Die Leichlinger Festspiele haben mit einer Schmierenkomödie begonnen. Mal sehen was wir im September aus dem Repertoire „Schmutz, Scham und Schande“ noch zu sehen bekommen?

Über den Autor

Nuno Sanning
Nuno Sanning
- Redaktion Soziales Bergisches Land - "Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht." Zitat von Helmut Kohl, Bonn, 15.5.1998

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